Neuseeland, Patagonien, Lappland

Gletscher des Sdpatagonischen Eisfelds aus der Luft

 

Die größten Eisfelder außerhalb der Polregionen

Patagonien liegt im Süden Chiles und Argentiniens und wird durch die südlichen Ausläufer der Anden unterteilt. Das zu Argentinien zugeordnete Ostpatagonien mit der weiten Trockensteppe zwischen Andenkordillere und Atlantikküste ist etwa zweimal so groß wie Deutschland. Ein genaues geographisches Territorium ist nicht definiert, meist wird das Gebiet zwischen dem Río Colorado in der Pampa und dem Kap Hoorn auf Feuerland zum patagonischen Teil Argentiniens gezählt. Diese Fläche teilen sich die Provinzen Neuquén, Río Negro, Chubut, Santa Cruz und Tierra del Fuego (Feuerland). Im feuchten Chile werden in der Regel die Regionen Magallanes, Aysén und Los Lagos dem Gebiet Patagoniens zugeordnet.

Die zerklüfteten patagonischen Anden verlaufen quasi als "Rückgrat" der Region bis in den äußersten Süden. Ohne durchgehende Kammlinie erstrecken sich die Berge vom Norden bei San Carlos de Bariloche mit den Nationalparks Lanín und Nahuel Huapi über den argentinischen Nationalpark Los Glaciares und den weiter südlich gelegenen Torres del Paine Nationalpark (Chile) im südpatagonischen Teil bis hin zur in Ost-West-Richtung verlaufenden, niedrigeren Gebirgskette Feuerlands südlich der Magellanstraße. Den Abschluss bilden der argentinische Zipfel um Ushuaia, der am südlichsten gelegenen Stadt der Welt, und die chilenische Isla Navarino auf der gegenüberliegenden Seite des Beagle-Kanals.

Einzigartig im Süden Patagoniens sind zwei gewaltige, mehrere 100 m dicke Eisfelder, die zwischen 46 und 51 Grad südlicher Breite liegen: Das Campo de Hielo Norte und das Campo de Hielo Sur (Nord- und Südpatagonisches Eisfeld oder auch nördliches und südliches patagonisches Inlandeis) bedecken auf einer durchschnittlichen Höhe von ca. 1.500 m die darunter gelegenen Bergketten der südpatagonischen Anden. Einige höhere Gipfel ragen inmitten des Eisplateaus heraus. Diese sogenannten Nunataks sind nahezu komplett eisverkrustet und bilden mit ihren bemerkenswerten, scharfkantigen Formen einen imposanten Kontrast zur „Eiswüste“.

Das Campo de Hielo Norte ist mit 100 km Länge und 4.000 km2 die kleinere der beiden Eisflächen und liegt vollständig auf chilenischer Seite. Die größere Eiskappe ist das Campo de Hielo Sur, ein riesiges kontinentales Gletschergebiet, das eine Nord-Süd-Ausdehnung von 360 km, eine durchschnittliche Breite von 40 km (an manchen Stellen bis zu 90 km breit) und eine Fläche von etwa 12.500 km2 aufweist. Das Campo de Hielo Sur ist das größte zusammenhängende Eisfeld außerhalb der Polregionen und beinhaltet 48 enorme Hauptgletscher wie z.B. die Gletscher Viedma, Upsala und Perito Moreno. Am östlichen Rand der Eisfläche befinden sich die berühmten Gipfel von Cerro Torre und Fitz Roy.

 

Beste Reisezeit zum Wandern

Die klassische Reisezeit liegt in Patagonien zwischen November und April. Im November bis Anfang Dezember, im patagonischen Frühling bzw. Frühsommer, zeigt sich die Vegetation üppig blühend, während das Wetter aber noch kühl und instabil ist. Teilweise können Schneereste, vor allem in höheren Lagen, das Wandern erschweren. In der wärmsten Zeit des Jahres von Mitte Dezember bis Februar mit bis zu 16,5 Stunden Tageslicht herrscht Hochbetrieb. Die Wanderwege, die wenigen Zeltplätze und Hütten in den Nationalparks sind häufig überfüllt bzw. ausgebucht; Unterkünfte und Transport müssen (teilweise weit) im Voraus reserviert werden. Wenn es möglich ist, sollten Sie die Hauptreisezeit meiden.

 

Torres del Paine im November

 

Im März wird es nach und nach wieder kühler, der Besucherstrom nimmt allmählich ab und es wird ruhiger. Diese Zeit mit 12 bis 13 Stunden Tageslänge kann sehr reizvoll sein, da sich die Blätter der Bäume nun langsam verfärben. Auch der April kann noch einige schöne Tage bringen; es fällt mancherorts aber schon früh wieder Schnee. Von Mai bis September lässt zwar der starke Wind nach, für die meisten Wanderer eignet sich diese Zeit aufgrund des Schnees in vielen Gebieten jedoch nicht. Außerdem sind die Tage sehr kurz. Für die Berechnung der Tageslänge und Zeiten von Sonnenaufgang sowie –untergang hilft die App „LunaSolCal“.